Wie entsteht Boden?


 

 

Hallo, ich bin Frieda Feldhamster und beantworte leicht und verständlich

alle Kinderfragen zum Thema Boden.

 

Willst du auch etwas über den Boden wissen?
Dann schreib mir die Frage an
hallo@carolin-pohlenz.de.

 

Ich freue mich über alle Fragen und werde sie in den Blogbeiträgen beantworten.

 


wie entsteht boden?

Diese Frage beschäftigt die kleine Pia.

Ich habe lange überlegt, wie ich diese Frage am Besten beantworten kann, und dabei kam mir eine Idee: Im Gebirge lässt sich der Prozess der Bodenbildung gut beobachten! Beim Abstieg hinunter ins Tal kannst du ihn quasi durchwandern.

Um das der kleinen Pia und all den anderen Bodengebegeisterten zu zeigen, habe ich meine Freundin, die Graugans Greta, gefragt, ob sie mit mir einen Ausflug ins Gebirge macht. Und sie hat ja gesagt. Also: Auf in die Alpen!


das rohe gestein

Hier oben im Hochgebirge, knapp unter der weißen Gletscherkappe, sehen Greta und ich fast nur Felsen. Egal, wohin wir schauen, nirgends entdecken wir etwas Grünes. Am Anfang der Bodenbildung steht also das rohe Gestein.  Und je tiefer es ins Tal geht, umso mehr grüne Flächen entdecken wir und die Bodendecke wird zunehmend mächtiger.  Aber schön der Reihe nach.

 

die verwitterung beginnt

Auf das rohe Gestein strahlt pausenlos die Sonne ein und erwärmt es. In der Nacht kühlt das Gestein wieder ab. Dieser Wechsel von warm zu kalt führt dazu, dass in dem Gestein kleine Risse entstehen.

In diesen Rissen sammelt sich Regenwasser, welches im Winter gefriert.

Wenn Wasser gefriert, dehnt es sich aus und übt dabei so großen Druck auf das Gestein aus, dass es das Gestein sprengt. Es entstehen immer kleinere Gesteinsstücke.

Dieser Prozess der Zerkleinerung wird Verwitterung genannt und die folgenden Bilder zeigen dir, wie so ein „gesprengtes Gestein“ aussehen kann.

© Hanspeter Holzhauser

© Hanspeter Holzhauser


die ersten pflanzen

 Diese Zerkleinerung geht pausenlos weiter und das Gestein wird kleiner und kleiner.

Aus den Gesteinsteilchen werden Minerale freigesetzt, welche den ersten Pflanzen als Nahrung dienen.

Zu diesen Pflanzen zählen Flechten und Pilze.

Du kannst sie ganz leicht auf dem Gestein entdecken, da sie es mit einer dünnen, farbigen Schicht überziehen.

© Outdooractive GmbH

© wikipedia


es wird bunter

Von den Pflanzen werden winzige Bodentiere angezogen, die wir mit unseren bloßen Augen gar nicht sehen können. Erst ein Mikroskop macht die kleinen Bodenbewohner sichtbar.

Die Bodentiere ernähren sich von den abgestorbenen Flechten und scheiden diese als Kot wieder aus.

Der Kot sammelt sich zusammen mit den zerkleinerten Gesteinsstückchen in Ritzen und Spalten und mithilfe von Bakterien entwickelt sich daraus ein fruchtbares Erdreich, auf dem Pflanzen gedeihen können.

Greta und ich sehen nun immer mehr bunte Farbkleckse zwischen den großen Gesteinen aufblitzen. Was für ein schöner Anblick!

© Carolin Pohlenz

© Carolin Pohlenz


es wird grüner und grüner

Je weiter wir talwärts wandern, umso mehr breiten sich diese kleinen Farbkleckse aus und bilden schließlich eine zusammenhängende Vegetationsdecke. Es siedeln sich immer mehr Bodentiere an und durch das Fressen von abgestorbenen Pflanzenresten wie Blätter und Wurzeln sorgen sie dafür, dass die fruchtbare Erdschicht weiter wachsen kann.

Allerdings wächst diese Schicht nicht in die Höhe, sondern in die Tiefe!

Dadurch wird der Boden immer mächtiger und die Pflanzenwurzeln können immer tiefer in den Boden wurzeln.  

© Carolin Pohlenz

© Carolin Pohlenz


Und so entsteht ein Boden! Allerdings dauert dieser Prozess sehr, sehr lange. Damit ein Zentimeter Boden entstehen kann, braucht es etwa 100 Jahre. Ja, du hast richtig gelesen. 100 Jahre.

Mein Heimatboden mit dem tiefgründigen Erdreich ist über die letzten Jahrtausende entstanden.

 

Aber wenn du jetzt denkst, dass jeder Boden gleich ist, irrst du dich. Je nachdem, welches Gestein verwittert, wie warm oder kalt es ist, welche Pflanzen wachsen und wie feucht es ist, entstehen verschiedene Böden. Und alle haben unterschiedliche Eigenschaften und Farben.
Du kannst dir das nur schwer vorstellen?
Kein Problem! Ich habe Greta überreden können, mit mir eine Reise durch Deutschland zu machen, damit ich dir einige Böden zeigen kann.
Freu dich also auf die nächsten Beiträge!

Merke:

  • am Anfang steht das rohe Gestein
  • durch Wärme, Kälte und Wasser wird das Gestein zerkleinert – es verwittert
  • aus den sich langsam zersetzenden Gesteinsteilchen werden Minerale freigesetzt, welche Nährstoffe für erste Pflanzen bilden
  • es kommen Pilze, Bakterien und Bodentiere hinzu
  • es entsteht eine fruchtbare Erdschicht, auf der andere Pflanzen wachsen können
  • dank der Bodentiere wird diese fruchtbare Erdschicht immer mächtiger und wächst in die Tiefe
  • es dauert 100 Jahre, ehe ein Zentimeter Boden entsteht

Hast auch du eine Frage zum Boden?
Dann schreib sie mir an
hallo@carolin-pohlenz.de.
Ich freue mich über jede Frage und werde sie in den Blogbeiträgen beantworten.


Quellen:

 

 

Bundesverband Boden e.V. [2020] unter: https://www.bodenwelten.de/node/13

 

 

Umweltbundesamt [2020] unter: https://www.umweltbundesamt.de/themen/boden-landwirtschaft/kleine-bodenkunde/entwicklung-des-bodens

 

 

Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) [2020] unter: https://www.bildungsserveragrar.de/inhalte-lehrer/wie-boden-entsteht/

 

 

Dieter Engelmann [2020]; Hrsg. Südwestrundfunk unter: https://www.planet-wissen.de/natur/umwelt/lebendiger_boden/index.html

 

 

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